Paul „Palle“ Danielsson (* 16. Oktober 1946 in Stockholm) ist ein schwedischer Jazz-Bassist.
Danielsson ist zurzeit einer der bedeutendsten Kontrabassisten im Jazz. Schon als Kind spielte er Mundharmonika und begann mit acht Jahren Violine zu spielen, wechselte nachdem er sich begann für Jazz zu interessieren zum Kontrabass und war schon mit 15 Jahren professionell tätig. Er studierte an der Königliche Schwedischen Musikakademie in Stockholm von 1962 bis 1966. Mit 19 Jahren, 1965, wurde er von
Bill Evans für einen Auftritt im Stockholmer Jazzclub „Gyllene Cirkeln“ („The Golden Circle“) vom Fleck weg engagiert und erlangte damit nationales Ansehen. Im Anschluss tourte er durch Europa mit dem Quartett des Saxophonisten
Barney Wilen (Eje Thelin Klavier, Billy Brooks Schlagzeug). In den 1970er-Jahren war Danielsson ein Motor der Stockholmer Jazz-Szene und begründete mit dem Pianist
Bobo Stenson die Gruppe Rena Rama (mit dem Saxophonisten
Lennart Åberg und dem Schlagzeuger Bengt Berger). Beide waren auch Mitglieder des einflussreichen schwedisch-norwegischen Quartetts mit dem Saxophonisten
Jan Garbarek und dem Schlagzeuger
Jon Christensen, mit dem 1973 das Album
Witchi-Tai-To entstand. Gleichzeitig war er Teil von Pianist
Keith Jarretts „European Quartet“.
In den 1980er-Jahren spielte Danielsson im Quartett des Saxophonisten
Charles Lloyd während dessen Comeback (Album
Fish out of Water 1990), und gehörte der Gruppe des französischen Pianovirtuosen
Michel Petrucciani an. 1990 spielte Danielsson mit dem Saxophonisten
Christof Lauer, dem Pianisten
Joachim Kühn und dem Ex-
Weather-Report-Schlagzeuger
Peter Erskine Aufnahmen ein, die mit dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik belohnt wurden. Er spielte mit dem Quartett von Bobo Stenson und mit dem Septett von Tomasz Stanko (
Litania – Music of Krzysztof Komeda 1999). In den 1990er-Jahren begann eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Pianisten John Taylor, mit dem er im Trio mit Erskine tourte (
You Never Know 1993,
Time Being 1994,
As It Is 1996). Außer mit seinem eigenen Quartett „Contra Post“ (mit dem Saxophonisten Joakim Milder, der Pianistin Rita Marcotulli und dem Schlagzeuger
Anders Kjellberg) spielt er schwedische Volksmusik mit der Gruppe Nordan.
Danielssons ältere Schwester ist die Pianistin und Komponistin Monica Dominique.
2001 erhielt er den Django d’Or (Schweden) und 2002 den Jazzpreis der Königlichen Musikakademie in Stockholm.